Liebe Mitchristen

29.09.2016 | in der Seelsorgeeinheit Weinheim-Hirschberg,

Pfarrer Stephan Sailer
zum 01. September 2016 habe ich meinen Dienst als Pfarrer in solidum in der Seelsorgeeinheit Weinheim-Hirschberg begonnen und freue mich auf den gemeinsamen Weg mit den Menschen in den verschiedenen Gemeinden.
Schon einen Monat vor meinem offiziellen Beginn begleitete ich zusammen mit Gemeindereferentin Michaela Mikula und Frau Anita Filipczuk aus der Pfarrgemeinde St. Marien eine Gruppe von 12 Jugendlichen aus der Seel- sorgeeinheit zum XXXI. Weltjugendtag in Krakau/Polen.

Vom 25.Juli bis zum 01. August 2016 waren wir mit dem Bus und zu Fuß unterwegs und hatten die Gelegenheit, viele WeltjugendtagspilgerInnen ausder ganzen Welt zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Erfahrungsbericht einer jugendlichen Teilnehmerin ist in dieser Ausgabe zu finden.Mich hat die große Begeisterungsfähigkeit der Jugendlichen und die großzügige Gastfreundschaft  der polnischen Gastgeber berührt und ermutigt. Drei Tage vor der Begegnung mit Papst Franziskus wurden wir in Katechesen in der Stadt Myslowice durch deutschsprachige Bischöfe auf das Leitthema des Weltjugendtages eingestimmt. Ein Besuch im Marienwallfahrtsort Tschenstochau stand auch auf dem Programm. Die geistlichen Vorträge brachten uns das Jahr der Barmherzigkeit, in dem wir uns weiterhin befinden, näher.Barmherzig sein konnte konkret in der Unterkunft in einer Schule in Myslowice eingeübt werden. Die gegenseitige Rücksichtnahme bei der Übernachtung in einer Turnhalle und in Klassenzimmern oder bereit zu sein, in der Warteschlange vor der Essensausgabe das Tablett eines erschöpften Mitpilgers mitzutragen, waren zwei Beispiele des konkreten Handelns.Papst Franziskus hat bei seiner Begegnung in Krakau mit über 2 Millionen Jugendlichen und deren Begleiter deutlich dazu aufgerufen, nicht untätig zuzuschauen, wie die Ungerechtigkeit und Armut in der Welt immer mehr zunimmt, sondern uns mit unseren Möglichkeiten und Talenten für mehr Barm- herzigkeit und Solidarität einzusetzen. Das wurde bei den Glaubens-und Lebenszeugnissen der Jugendlichen aus Kriegs- und Entwicklungsländern bei der Vigil am Vorabend der Abschlussmesse mit dem Papst besonders hör- und spürbar.Die Strapazen durch den langen Fußmarsch zum „Campus Misericordiae“, der über 20 Kilometer außerhalb von Krakau lag und die Herausforderung, die letzte Nacht unter freiem Himmel zusammen mit Millionen anderer Pilgern zu verbringen, waren eine besondere Bewährungsprobe. Doch die Freu- de über ein einzigartiges Geschenk der internationalen Begegnung und der Gemeinschaft war stärker. Und eines ist uns besonders klar geworden: den Leitspruch des Weltjugendtages nehmen wir mit in unseren Alltag: „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.“ 

Stephan Sailer, Pfarrer ●